Infos zum Yoga für Erwachsene

Kann jeder Yoga machen?
“ Jeder kann Yoga üben, der atmen kann.“ Das legendäre Zitat des berühmten Yogalehrers T.K.S. Krichnamacharya beschreibt, warum Yoga weder Sport noch Religion ist. Egal, wie alt man ist, wie unbeweglich oder wie dick: Solange man atmen kann, steht Yoga als Weg zu Stille, Freiheit im Geist sowie Platz in den Gelenken und genereller körperlicher Zufriedenheit zur Verfügung.

Yoga ist also ungeachtet der Yoga-Selfies, die junge Yoginis auf Instagram-Account teilen, für alle da. Menschen, die gesundheitliche Einschränkungen wie Bluthochdruck, Bandscheibenvorfall, Ischias etc. haben, sollten vor der Praxis einen Arzt konsultieren, was möglich ist oder nicht. Yoga ist sehr anpassungsfähig: Selbst für Menschen, die im Rollstuhl sitzen, an Parkinson-Syndrom, Multipler Sklerose oder ähnlichen Krankheiten leiden, hat Yoga eine Menge zu bieten. Für schwangere Frauen und auch direkt nach der Geburt gilt: bitte nur ausgewiesenes Schwangeren- und Rückbildungs-Yoga üben.
 
Ausserdem sollten Frauen während der Periode und während der Schwangerschaft keine Umkehrübungen und keine intensiven Atemübungen machen.
 

Kann ich mit Yoga abnehmen?
Vielleicht ist Yoga die beste Methode, um abzunehmen, weil sie am nachhaltigsten funktioniert. Da Yoga eine Lebensphilosophie ist, geht es nicht darum, Kalorien zu zählen, sondern sich zu fragen: Wie will ich leben? Und was brauche ich dazu? Pizza oder doch lieber eine kleine Yogapause?

Auch wenn traditionell Yoga gerne mit Askese und Verzicht assoziiert wird, bedeutet Yoga eigentlich eher, im Gleichgewicht mit sich zu leben. Übergewicht wird daher weniger in Kilos gemessen, als in der Art, seine Bedürfnisse hastig und im Übermaß zu befriedigen. Wer regelmäßig übt, wird kein Weight Watcher, sondern Beobachter seiner Gewohnheiten und dadurch von alleine dazu verführt, die schlechten abzulegen.

Im Yoga geht es nicht darum, gut auszusehen, sondern sich gut zu fühlen. Es gibt viele Gründe, um mit Yoga anzufangen, und keiner ist besser oder schlechter als der andere. Wer mit Yoga anfängt, um abzunehmen, wird bei regelmäßiger Praxis tatsächlich Gewicht verlieren, und zwar einfach weil, wer zufrieden mit sich ist, keine Nahrung als Ersatzbefriedigung braucht. Viele schweißtreibende Methoden bauen außerdem Fett in Muskeln um und wandeln den Körper, bis dahin vielleicht nur Tankstelle und verstaubte Vorratskammer, in jenen geschmeidigen, berühmten Yogakörper um, in dem man gerne wohnt.

Die damit einhergehende Attraktivität verdankt sich aber nicht nur den neuen Muskeln, sondern vor allem dem gewonnenen Selbstvertrauen und einer neuen Gelassenheit.

Zeit
Schon mit fünf Minuten Üben jeden Tag kann man nachhaltige Effekte erzielen. Denn die „Quantität“ (viele Übungen) ist nicht entscheidend, sondern die „Qualität“. Und Qualität beim Yoga-Üben bedeutet, mit allen Sinnen in eine Haltung zu gehen, sich darin zu erleben und wieder auflösen, loslassen und dann spüren, was nach der Haltung in Körper und Geist in Bewegung gesetzt wurde. Die Übungs-Impulse bauen sich auf und beeinflussen sich wechselseitig durch die vielen Variationen der Haltungen, so dass der gesamte Körper geübt wird – und das bereits mit nur wenigen Haltungen.

„Erfolg hat drei Buchstaben: TUN“   
                                      (Johann Wolfgang von Goethe)

Essen vor dem Üben?
Da alle Yoga-Haltungen auf den Körper wirken und einige unmittelbar durch starke Beugungen den Magen-Darm-Trakt betreffen, solltest du nicht unmittelbar vor dem Üben essen. So vermeidest du unangenehme Beschwerden. Günstig ist es, wenn die letzte Mahlzeit ca. eine Stunde zurückliegt. Bei Hunger vor dem Üben, bietet sich eine Tasse warmen Tee oder eine Banane an.

Ärztliche / therapeutische Behandlung?
Körperliche und psychische Beschwerden müssen unbedingt vor der ersten Stunde der Yogalehrerin mitgeteilt werden. Solltest du in ärztlicher oder therapeutischer Behandlung sein, so bring bitte zu Kursbeginn eine „Unbedenklichkeits-Bescheinigung“ des Arztes/Therapeuten mit.

Kleidung
Beim Yoga dehnen und strecken wir in alle Richtungen. Deshalb sollte die Kleidung leicht und locker sitzen. Sie sollte also bequem, und vor allem im Schritt und unter den Achseln weit genug geschnitten sein. Grundsätzlich sollte nichts kneifen oder einengen. Ausserdem sind für die kalte Jahreszeit eine leichte Jacke und (Woll-)Socken für die Endentspannung empfehlenswert.

Matte, Wolldecke & Co
Für die Übungen, die auf dem Boden liegend ausgeführt werden und für die Entspannung in Rückenlage brauchst du eine Unterlage. Für die Bodenübungen muss diese unbedingt rutschfest sein, da sonst Unfallgefahr besteht, wenn die Matte wegrutscht! Deshalb ist eine „richtige“ Yogamatte zu empfehlen, die es auch in verschiedenen Längen und Breiten gibt. Insbesondere die rutschfeste dünne Matte, die es in verschiedenen Stärken und Farben gibt, ist eine gute Unterstützung dafür, dass die Übungen gelingen. Zur Entspannung reicht dann zunächst eine einfache Wolldecke, die auf die Yogamatte gelegt werden kann.

Für den Yogakurs benötigst du keine eigene Matte, keine Wolldecke und auch keine Hilfsmittel wie Klötze und Gurte. Diese sind im Yogastudio ausreichend vorhanden. Natürlich dürfen aber eigene Matte und Wolldecke mitgebracht werden. Ausserdem ist ein kleines Handtuch empfehlenswert.